Auftakt zur Kunstreihe Tirol

Auftakt zur Kunstreihe Tirol

Am 21. April wurde in Moments Tirol die Kunstreihe Tirol eröffnet. Damit setzt die Marke Tirol eine seit Jahrzehnten gewachsene Tradition der engen Zusammenarbeit mit heimischen Künstler:innen fort. Im Artist Talk sprach die Innsbrucker Malerin Julia Brennacher mit Bettina Siegele von der Künstler*innen Vereinigung Tirol über Malerei, Raum und die Frage, was Tirol in der Kunst eigentlich bedeutet.

Über den Köpfen: fünf großformatige Werke in Neon und Pastell, Bögen und Flächen, Öl auf Leinwand. Rundum: das charakteristische Tirol-Rot der Wände, die Betonstruktur mit ihren eingearbeiteten Tiroler Gesteinsarten. Ein Raum, der schon selbst etwas erzählt – Julia Brennachers Bilder nehmen diesen Dialog auf und führen ihn weiter.

„Fast wie ein Alphabet“

Bettina Siegele eröffnete das Gespräch mit einer grundlegenden Frage: Was bedeutet es eigentlich, sich so intensiv mit dem Medium Malerei zu beschäftigen? Julia Brennacher ver-gleicht dann ihre Malerei mit Sprache: Die Formen auf ihren Bildern seien etwas Zeichen-haftes. Fügt man sie zu größeren Gruppen zusammen, entstehe so etwas wie ein Satz, wie Poesie, wie Lyrik. Es gehe um Struktur, um Rhythmus. „Fast ein Alphabet der Formen", so die Künstlerin – eines, das sie in ihren Ausstellungen zusammenstelle und dabei den Raum selbst einbinde.

Ein Werk von Julia Brennacher wurde in einer limitierten und handsignierten Edition als hochwertiger Druck realisiert und ist exklusiv in Moments Tirol erhältlich.

Zum Kunstplakat

Tirol fernab jeglicher Postkarten-Romantik

Für dieses Projekt hat sich Julia Brennacher auf etwas eingelassen, das für sie gleich doppelt neu war: Zum einen die Idee, eine Edition zu realisieren – also ein Werk in limitierter, handsignierter Auflage zugänglich zu machen. Zum anderen der Auftrag, einen expliziten Bezug zu Tirol herzustellen. Und das, ohne in die Klischee-Falle zu tappen.
Ihr Weg: Natur und Landschaft als Inspiration – aber subtil. Farben, die an Erde, Blüten, Gestein erinnern könnten. Formen, die vielleicht ein Blatt andeuten, vielleicht eine Berg-kuppe, vielleicht gar nichts davon. „Meine Arbeiten bilden nichts ab“, erklärte sie, „es ist eher ein Illustrieren. Ein Spiel mit Andeutungen.“ Das passt auch wunderbar zu den Betonwänden im Moments, die mit Gesteinsarten aus verschiedenen Regionen des Landes als eine Art geologisches Raster Tirols abbilden.

Das Beste aus beiden Welten

Natürlich sprach man auch über das Leben als Künstlerin in Tirol. Bettina Siegele, die als Leiterin der Interessensvertretung täglich mit den Anliegen der hiesigen Kunstszene zu tun hat, gab Julias Erfahrungsbericht recht: Das Thema Sichtbarkeit – innerhalb Tirols, aber auch darüber hinaus – bewegt viele.

Julia Brennacher arbeitet mit Galerien in Salzburg und Wien zusammen, zeigt ihre Werke auf internationalen Messen wie der Enter Art Fair in Kopenhagen. Und trotzdem: Innsbruck ist Heimat, hier ist ihr Atelier, hier liegen ihre Wurzeln. Es ist für sie ein Privileg, umgeben von Tirols Natur zu arbeiten. Sie nennt ein kleines, zweckmäßiges Atelier ihr eigen – „ohne schöne Pflanzen oder Teppiche zum Wohlfühlen“, wie sie lachend anmerkte –, in dem sie an allen Arbeiten gleichzeitig werkt. Parallel, im ständigen Dialog miteinander. Weil Bilder, erklärte sie, nie isoliert existieren, sondern immer Teil eines größeren Geflechts sind.

Ein Sammelstück für alle

Was bleibt nach dem Abend? Erstens: ein seltener Blick hinter die Leinwand in die Gedankenwelt einer besonderen Künstlerin. Zweitens: die Möglichkeit, ein Stück davon mitzunehmen. Die Edition – ein bunter, an Pop-Art angelehnter Kunstdruck, handsigniert und limitiert – ist exklusiv im Moments erhältlich. Julia Brennacher ist der Aspekt der Zugänglichkeit wichtig, denn nicht jede:r, der Interesse an Kunst hat, bewege sich im klassischen Kunstkontext. 

Die Kunstreihe Tirol wird im Halbjahresrhythmus fortgesetzt. Welche Künstlerin, welcher Künstler als Nächstes hier ausstellt, ist noch offen. Aber der Auftakt hat die Latte hochgelegt – und das im besten Sinne.